Das in meiner Imkerei
verarbeitete Bienenwachs ist zu 100% reines und naturbelassenes Wachs, wie es in jeder gut
geführten Bienenhaltung gewonnen werden kann.
Wie entsteht nun Bienenwachs? Die Wachsdrüsen der Bienen liegen am Hinterleib. Zu ihrer
Aktivierung müssen die Bienen sehr viel Honig verzehren. In der Bilanz entsteht aus vier
kilogramm Honig ein kilogramm Bienenwachs. Hierdurch wird bereits deutlich um welch
kostbare Substanz es sich hierbei handelt. Das Wachs wird von Baubienen, die sich zu einer
sogenannten Bautraube aufketten ausgeschwitzt. Im Inneren der Bautraube herrschen 36°C.
Die Bienen bauen sich aus dem von Ihnen aus körpereigenen Drüsen ausgeschwitzten Wachs
ihre Waben in der Mitte der Bautraube. Die selbsterstellten Waben sind für die Bienen
Kinderstube, Schlaf- und Vorratskammer. Hier spielt sich das Stockinnenleben ab.
Die Waben bestehen aus zigtausenden von Zellen. In diese Zellen werden von der Königin
Bieneneier abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die dank Honig und vor allem
Pollengenuß in drei Wochen zu erwachsenen Bienen heranwachsen. Ihre erste Tätigkeit nach
dem Schlupf ist das Präparieren der Zellen für die nächste Eiablage. Dies geschieht mit
Hilfe des sogenannten Pollenöls. Pollenöl ist der lipophile Auszug der Pollenexine. Das
Pollenöl bestimmt die Farbe des Blütenpollens. Dieses Pollenöl bewirkt, daß die
zunächst schneeweißen Bienenwaben eine gelbliche Farbe annehmen. Der Farbton spielt
dabei etwas von grünlich bis bräunlich je nach der pflanzlichen Herkunft des
Blütenpollens. Das Pollenöl hat antimikrobielle Eigenschaften. die auch im Propolis
enthalten sind. Bei jeder neuen Präparation der Wachswaben werden diese immer etwas
dunkler. Da die schlüpfenden Bienen immer auch einen Puppenkokon in den Zellen
zurücklassen, werden diese mit jedem Brutdurchgang immer etwas enger. Nach einigen Jahren
intensiver Nutzung stören diese engen Zellen im Bienenvolk und werden, wenn sie nicht
mehr zu gebrauchen sind, von den Bienen abgenagt und durch neue ersetzt. Dieses verhindern
die Imker durch vorzeitige Entnahme der Waben, um so auch Bienenwachs ernten zu können.
In der Frühzeit der Imkerei (Zeidlerei) war denn auch das Hauptansehen der Imker durch
ihren Besitz am Wachs begründet. Wachs stellte eine sich jährlich regenerierende
Energiequelle dar, mit deren Hilfe sich eine künstliche Lichtquelle im Hause und in den
sakralen Bauten (Kirchen, Klöster, etc.) erstellen ließ: Die Bienenwachskerze. Für die
Bereitstellung des Bienenwachses wurde die Zunft der Zeidler von kirchlichen und
weltlichen Fürsten mit hohen Rechten ausgestattet. Diese Rechte bestanden darin,
jederzeit eine Armbrust bei sich zu führen (in erster Linie wohl zur Verteidigung
gegenüber konkurrierenden Bären), als auch einer eigenen Gerichtsbarkeit (dem
Zeidelgericht) zu unterstehen. Die Zeidler waren also freie Leute, die in historischen
zeitgenössischen Darstellungen immer an der geschulterten Armbrust zu erkennen sind. Erst
viel später wurde die Ernte des Honigs für die Bienenhaltung bedeutsamer als die
Ausbeute an Wachs. Und das, obwohl auch der Honig eine Monopolstellung hatte. Er war
traditionell die einzige verfügbare Süße. Zuckerrohr war unbekannt (Herkunft Tropen-
bis Subtropenraum) und die Betarübe war genetisch unverfälscht noch keine
Zuckerproduzentin. Die heutige Zuckerrübe wurde erst nach der Kontinentalsperre, als kein
Zuckerrohr mehr importiert werden konnte, gezüchtet. Wurde zunächst der Honig
Hauptproduktionsziel der Imkerei, (nach Einführung der Öllampen sank der Bedarf an
teurem Bienenwachs), so ist Bienenwachs heute in erster Linie kein Kerzengrundstoff mehr,
sondern wird am stärksten von der Süßwarenindustrie nachgefragt, wo Bienenwachs als
physiologisch unbedenkliches Trennmittel in großen Mengen eingesetzt wird.
Ein weiterer Verwendungsbereich ist aus der Tradition erhalten geblieben: Bienenwachs als
natürlicher kosmetischer Grundstoff und zur umweltschonenden konservierenden
Holzbehandlung.
Doch wenden wir uns zunächst der traditionellsten Form der Verwendung des Bienenwachses
zu, der Kerzenmacherei: Bienenwachskerzen lassen sich auf vielerlei Arten produzieren.